Gesetzliche Krankenversicherung. Beschwerden nehmen drastisch zu.

 

Zu Beginn des Jahres wurde berichtet, daß viele Versicherte den Wunsch hätten, zurück in die Gesetzliche Kasse (GKV) zu wechseln. Hier war die Barmer GEK mit in erster Linie zu finden. Diese Behauptung hielt bei näherem Hinsehen nicht Stand. Es folgte ein Bericht über ausufernde Verwaltungskosten im System der Gesetzlichen Krankenversicherung. Erinnern wir uns dabei auch an den Zusatzbeitrag, den Barmer GEK erhob, es aber in Bezug auf das damit verbundene Sonderkündigungsrecht unterließ, entsprechend darauf hinzuweisen.
 
In 2013 sind, so die Berichterstattung, wieder Zusatzbeiträge in breiter Front in der GKV beschlossen. Wieder wird das „Kassenhopping“ Millionen Gelder vernichten, die dem Versicherten fehlen und die Verwaltung speisen.
 
Die Beiträge werden nicht gesenkt, so Gesundheitsminister Bahr in einem aktuellen Bericht dieser Tage.  Auch das Angebot einiger  GKV ´en, den Versicherten im Ausland per Reisepolice beitragsfrei zu versichern (Reisekrankenversicherung) soll per Gesetz verboten werden (Focus Online). Wieder werden Leistungen im solidarischen System gestrichen.
 
Aktuell gibt es Beschwerden im Bereich Tagegeld und mir war es auch möglich, einen Brief an eine Versicherte zu erhalten (weiter unten). Eine Dame wird per MDK gesund „gemacht“. 
 
Aktuell verzeichnen Verbraucherschützer und Patientenberatungen in Hamburg eine steigende Zahl der Beschwerden in der GKV im Bereich des Krankentagegeldes.
Krankentagegeld sollte immer dann gezahlt werden, wenn der Versicherte erkrankte – nicht mehr arbeiten kann.
 
Nach 6 Wochen, es gibt aber auch andere Zeiträume, die vereinbart werden können, wechselt die Zahlung an den Versicherten vom Arbeitgeber zur Krankenkasse.
Wie schon hier im Blog vor Kurzem berichtet, stieg die Zahl der Krankschriften in 2011 um  37 % an. Immer mehr Belastung für den Einzelnen in Beruf aber auch in der Freizeit, weniger Ruhepausen, klar getrennt von dem Arbeitstag, sind hier ursächlich zu nennen.
 
Die Kassen haben Fallmanager mit der Prüfung der Leistungsansprüche beauftragt. Man unterstellt den Versicherten u.a. auch Mißbrauchstendenzen in wachsendem Maße. Viele der Patienten fühlen sich zu Unrecht unter Druck gesetzt – des Fehlverhaltens verdächtigt. Es wird bereits geklagt.
 
Hier noch ein Schreiben von der Barmer GEK -die "gesund experten". (Was auch immer das heißen soll).
 
 
Sehr geehrte Frau……
 
Ihnen ist sicherlich bekannt, dass die Geldleistungen vom Gesetzgeber sehr stark reglementiert sind, sodass wir immer auf die rechtlichen Gegebenheiten achten müssen. Ein Anspruch auf Tagegeld besteht grundsätzlich im Rahmen einer Krankenbehandlung nur dann, wenn Sie aufgrund einer Krankheit auch arbeitsunfähig sind (§ 44 ABs.1 Satz1 des fünften Buches des Sozialgesetzbuches – SGB V).
Die Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitslosen und eines Beschäftigten sind differenziert zu betrachten*.
 
Einzelheiten entnehmen Sie bitte hierfür dem beigefügten Informationsblatt. Sie üben seit dem 01.02.12 keine Beschäftigung mehr aus und erhalten von der zuständigen Agentur für Arbeit Leistungen bzw. sind dort arbeitslos gemeldet.
 
Um bei Ihrem Genesungsprozeß aktiv mitzuwirken und den Behandlungserfolg zu sichern, haben wir den Medizinischen  Dienst der Krankenversicherung (MDK) gebeten, Ihre Arbeitsunfähigkeit zu begutachten*.
 
Eine derartige Begutachtung erfolgte am 30.01.12. Dabei stellte der MDK fest, dass Sie ab 13.02.12 in der Lage sind, leichte körperliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszuüben. Insofern sind Sie ab diesem Zeitpunkt arbeitsfähig. Ab dem 13.02.12 wird kein Krankengeld mehr gezahlt.
 
Wir können daher die „Ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit für Krankengeld“ Ihres behandelnden Arztes nicht anerkennen, da bei der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit auch die Tätigkeitsbereiche für die Vermittlung eines Arbeitslosen beachtet werden muß.
 
Auszug Informationsblatt:
SGB III  Zumutbare Beschäftigungen
Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.
……
 (3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
…Ende…
 
 
Möchten Sie Post dieser Art wirklich erhalten? Es wird entscheiden – per Aktenlage und das nennt man die Sicherung des Behandlungserfolges.
 
Nur wer nicht gekündigt ist, kann wirklich eine Chance mit Tagegeld zu rechnen. Der Gekündigte zahlte gleichermaßen ein, ist aber sehr oft nach Auskunft der Kasse (Informationsblatt) nicht berechtigt, Leistungen dieser Art zu erhalten, denn er wird abstrakt verwiesen. Welche Rechte läßt ihm das System?
 
Im zweiten Absatz stellt sich die Frage, ob eine begutachtende Stelle an einer Heilung, dem Heilungserfolg mitwirken und diesen sichern kann, gerade wenn sie Leistung ablehnt – auf Aktenlage. Schöne Worte der "gesund-experten".
 
Die Heilung und deren Erfolg werden hier einfach als solches festgelegt. Der Arzt, nicht befragt, ob die Arbeitsunfähigkeit auch leichte Arbeiten mit einbezieht, ist außen vor. Gefragt wurde – per Aktenlage – auch nicht.
Allein an diesem Sachverhalt mein ich, zeigt sich die Präferenz eines wirtschaftlich orientierten Unternehmens wie der GKV, die die Formulierung „zweckmäßig, wirtschaftlich und ausreichend“ anwenden kann. Es gibt viele Wege, die Ausgabenseite zu senken. Fast alle benachteiligen den Versicherten.
 
Erinnern wir uns an die Aussage des Barmer Chefs auf der Eurofinanzweek vor einigen Jahren, der lautstark meinte, dass Versicherte nicht daran interessiert seien, Rechte zu haben, sondern eher geführt werden wollen. Das "Marionettenprinzip" wird hier deutlich. Die Zahlung ist per Gesetz verpflichtend verankert – die Leistung vom Prinzip Hoffnung definiert.
 
Ob und wer sich hier in die planbare Selbstbestimmung begeben darf, wird politisch vorgegeben.
 
Das solidarische Prinzip verliert am guten Ruf und die Realitäten treten täglich deutlicher an den Tag.
 
In jeder Beratung, beginnend mit den Vergleich GKV / PKV der Systeme in genauen, nachvollziehbaren Daten, wird ausnahmslos der Wunsch des Wechsels geäußert.
 
Was wäre, würden wir alle frei wählen dürfen?
 
Gern helfe ich, den Weg von der Marionette zur Selbstbestimmung mit ausreichend Zeit, die ich mir für Sie nehme, zu finden. 
 
Erste Informationen dazu im Downloadcenter. Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Ihr Frank Dietrich
Über Frank Dietrich

Baujahr 1964, Jurastudium bis zum 1. Staatsexamen, abgeschlossenes BWL-Studium & umfassende Vorkenntnisse in der Medizin und die Überzeugung, dass die Gesundheit das Wichtigst Gut ist und Beratungen ausreichend Zeit benötigen, die ich mir sehr gerne nehme. Ihr Frank Dietrich

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