(Bsp. Central und ERGO)
Die Versicherung, hier als Absicherung der Kosten zum Erhalt der Gesundheit, also der Privaten Krankenversicherung, verstanden, entstand aus einem durchaus solidarischen Gedanken von Selbständigen und Freischaffenden vor mehr als 100 Jahren. Schon damals beschränkte sich die vielgerühmte, meist falsch gelebte Solidarität des gesetzlichen Systems zur Kostenversicherung auf den Personenkreis der Arbeiter und Angestellten. Nicht primär, damit diese gesund sind, sonder damit gearbeitet werden kann. Die Selbsthilfe der meist gut situierten Personen dieses Kreises lies die PKV entstehen. Beginnend mit Einkommensabsicherung und der Absicherung schwangerer Frauen wuchs das Geschäftsfeld bis hin zur Vollversicherung. Das Vertragsrecht begründete die Rechte und Pflichten der Absicherungen. Geschriebene und damit klar fixierte Inhalte wurden Dreh- und Angelpunkt des wachsenden Geschäftsmodells. Immer mehr Tarife entstanden.
Vor geschätzten 30 Jahren begannen die sogenannten Strukturvertriebe am Markt mit Ihrer Tätigkeit. Schnell wurde das Augenmerkt auf hohe Umsatzziele gerichtet: Die eine spätere Leistung begründenden Inhalte wurden zur Nebensache. Erklärungsintensiv waren diese eher zeitaufwendig und wurden kontraproduktiv zu den Umsatzzielen gewertet. Die Lösung schien einfach. An Stelle der zu beratenden Inhalte traten wohlklingende Produktnamen, begleitet von Werbeversprechen, die eine umfassende Absicherung suggerierten. Schnell angeworbenen Mitarbeitern war es nun möglich, auch ohne besondere Ausbildung und Erfahrung, in kurzer Zeit Umsatz zu machen. Hohe Provisionen und zusätzliche Inzentivs motivierten den für seine Tätigkeit haftenden Vermittler. Produkte entstanden, nicht auf Nachfrage bei den Verbrauchern, sondern bei Vermittler. Die dort meist geringen Kenntnisse zu inhaltlichen Dingen einer Versicherung begründeten Angebote, die eine wirkliche und gesuchte Absicherung nicht mehr definierten. Die Branche verlor zunehmend Ihren guten Ruf. Die Angst, betrogen zu werden, wuchs. Verantwortungslosigkeit der handelnden Personen, wie der Anbieter und der Vertriebe trieb die Produktentwicklung und das Marketing weiter an. Auch sind die „guten Ratgeber“, die selbsternannten Profis, mit ihren Empfehlungen hier zu nennen, wie ich meine.
Zusammen mit möglichst einfach gehaltenen Vergleichsprogrammen, natürlich „ohne Gewähr“, wird inhaltsloses zum Umsatzgenerator. Policen werden verteilt, der Beitrag entscheidet. Aktuell machten die ERGO und die Central in der Presse von sich Reden. Falsches Marketing und Ratings, die mit „besonderen Bewertungen“ den Markt bombardierten, sind hier zu nennen. Die Central geht zukünftig in der DVAG, einer Aktiengesellschaft mit Strukkievertrieb auf. Hohe Beitragsanpassungen bei Central, besonders auch bei der Vario Reihe, sind angekündigt. Die ERGO führt Gespräch mit dem AWD. Zukünftig werden verstärkt Besuche beim PKV Versicherten zu verzeichen sein, um noch weitere Produkte, wie Renten und Hausrat verkaufen zu können. Natürlich wie immer "vertrauchensvoll."
Wer will schon in einer Branche arbeiten, die einen solch schlechten Ruf hat? Der Beruf des Maklers leidet weiter. Zudem sind auch Verbraucher nicht ohne Einfluss gewesen, nachteiliges zu begünstigen. Faulheit, sich mit der doch so wichtige Materie selbst zu befassen und unbegründetes Vertrauen gegenüber dem Vermittler, der doch nur unser „Bestes“ will, trugen ihren Teil zu dieser Entwicklung bei.
Der Markt dreht sich. Qualität meldet sich zurück. Ein kleiner Teil von Vermittlern, ständig an zahl wachsend, ist schon am Markt zu finden. Die Lager teilen sich immer schneller. Die Horde der Massengetunten Vermittler, an alles glaubend, was der Vertrieb ich glauben machen möchte und die kompetenten, ständig um Aktualität der Daten sich bemühende Vermittler, stehen dem Kunden zur Verfügung. Ein Vermittler trifft auf Kunden in Augenhöhe, so die Realität. Demnach wird es auch zwei Lager von Kunden geben. Die mit Versicherungsschutz und die, die nur Beitrag zahlen. Sind sich die meisten der Kunden nicht einmal der besonders wichtigen Unterschiede der rechtlichen Stellung eines Vermittlers bewusst.
Wohin gehören Sie, lieber Leser? Was ist / war Ihnen gewichtig, als Sie beraten wurden? War der Vermittler unabhängig, also mindestens Makler`? War er spezialisiert oder stand ein „Bauchladen“ am Besprechungstisch? Gab es Hintergrundwissen zu n Inhalten? Ging es um Rückerstattung und Beitrag oder doch um weit mehr? Wurde auch das Tagegeld besprochen. Hier gibt es ähnliche Nachteile zu befürchten. Die Behauptung es gäbe bei Geld, immer wenn man krankgeschrieben sei, ist grundsätzlich falsch. Gerade bei schweren Erkrankungen oder in Hinblick auf den Aufenthaltsort bei dem Erkrankten, sind Nachteile zu erwarten, um nur eine kurzen Hinweis zu geben.
Eine private Absicherung ist keine Geldanlage und sollte unter den Aspekten der Leistungsinanspruchnahme beurteilt werden nicht bei Leistungsfreiheit. Das gilt auch für die Berufsunfähigkeitsabsicherung, die fast immer unter Beitragsrückgewähraspekten und der Beitragshöhe verkauft, Entschuldigung, verteilt werden.
Billiges wird schnell unbezahlbar. Schützen Sie sich vor unerwarteten späteren Kosten durch Hintergrundwissen, erhalten vom Spezialisten.
Ihr Frank Dietrich

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