Großes Wechselinteresse in Richtung der gesetzlichen Krankenversicherung?

 

Von großem Interesse  an einem solche Wechsel wurde gestern in der Financial Times Deutschland (FTD) Deutschland berichtet.

Zitat: „Zur Barmer GEK wechselten laut dem Nachrichtenmagazin bereits im Laufe des vergangenen Jahres rund 27.600 Versicherte von der privaten Konkurrenz, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Eine ähnliche Tendenz bestätigte die Techniker Krankenkasse dem "Spiegel": Dorthin wechselten im vergangenen Jahr 68.000 Versicherte, fast zwölf Prozent mehr.“
War der Wechsel denn freiwillig oder durch Pflichtigkeit „erzwungen“? Dazu leider nur eine kleine Bemerkung am Rande des Artikels. Hier entschied der Gesetzgeber, wer sich privat versichern kann – wer nicht – und ab wann. Von Interesse kann hier nicht wirklich gesprochen werden.
Informationen sind nur dann wesentlich und verwertbar, wenn sie vollständig sind. Salamitaktik ist nicht zielführend. Das erfuhren wir erst kürzlich.
Kurz nach der Meldung aus der FTD meldet sich das Ärzteblatt zu Wort.
Zitat Stefan Reker (Sprecher)
„Tatsache ist, dass jedes Jahr weitaus mehr gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln als umgekehrt. Wenn die gesetzlichen Krankenversicherungen einen anderen Anschein zu erwecken suchen, ist das unseriös.
 
(Tagespresse vom 11.1. 2012: Auch Debeka widerspricht Meldung über Mitgliederschwund…….Debeka hat Berichten über einen Mitgliederschwund der Privatkassen widersprochen. Im vergangenen Jahr habe die Debeka rund 44.200 neue Mitglieder aus der gesetzlichen Krankenversicherung….. )

Erst kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht. Die seit 2006 durch Umfragen in neuen europäischen Staaten bereits erkannte zunehmende Skepsis gegenüber dem Gesundheitswesen wächst weiter. Die Umfrage erfolgte im Auftrage der Generali-Gruppe. Rund die Hälfte der befragten würde, laut Umfrageergebnisse zur Finanzierung des Gesundheitswesens,  individuell abgestimmte Zusatzversicherungen oder höhere Zuzahlungen für medizinische Leistungen einer ausschließlich staatlich organisierten Versicherungspflicht vorziehen.
 
Mehr als 800.000 zusätzliche Verträge zum GKV-Schutz haben die Bundesbürger im ersten Halbjahr 2011 bei privaten Versicherern neu abgeschlossen, das zeigen Zahlen des PKV-Verbandes.

Weiter wird bei dem Artikel der FTD berichtet, dass die privaten Anbieter zum Jahreswechsel stark erhöhten. Das ist nur zum Teil richtig. Nicht alle passten die Beiträge an. In der Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) waren es alle Unternehmen, denn die Jahresendgeldgrenze wurde erhöht. (Salamitaktik?)
 
Grundsätzlich zeigt sich in diesem Verhalten, sofern es wirklich auf Tatsachen beruhen würde, dass der an einem Wechsel in die GKV interessierte sich niemals ausgiebig mit den Hintergründen einer Rückversicherung beschäftigt haben kann.
 
Wählt er doch täglich, was er essen möchte, welche Kleidung er trägt, welches Auto er fährt und viele andere Dinge im Tagesablauf, die ihn als Mensch individuell definieren. Geht es aber um seine Gesundheit, so akzeptiert er durchschnittlich 10 % p.A. Beitragsanpassung (am Höchstbeitrag bemessen) und den Wegfall von Leistungen, die ihn hier zum 100%-tigen Selbstzahler machen? 
Sicherlich ist das dem einen oder anderen so nicht bewusst, denn der Berater, sofern es einen gab, war nicht Kompetent genug, das zu kommunizieren. Ein Kunde kann nur das entscheiden, was er zum Zeitpunkt der Entscheidung weiß.
Und was wusste der Berater?
Ich, natürlich privat versichert, plane gern das Morgen. Auch aus der Sicht der Verantwortung meinen Mitmenschen gegenüber ist mir in der Betrachtungsweise sehr wichtig.
Ich habe einen durchschnittliche Beitragsanpassung von unter 10% p.A., also steigt der Beitrag geringer an, als in der GKV. Leistungen sind garantiert und morgen so, wie vor Jahren beantragt. Es ist mir wichtig, zu wissen, was ich in 10 und auch in 30 Jahren erwarten kann.
Wer über hohe Beiträge im PKV-System klagt, sollte sich darüber klar werden, dass er, so ist es fast immer nicht betreut wurde. Es gibt viele Möglichkeiten, Beiträge bezahlbar zu halten (§ 204) und bitte vergessen Sie nicht, dass die Reformen den GKV-Versicherten in vielen Bereichen in Zeiten der sinkenden Renteneinkommen und steigenden Preise, zum Selbstzahler werden ließen.
Das System der GKV unterliegt denselben beitragstreibenden Einflüssen wie das der PKV, und wenn der Beitrag geringer ist, fehlt meist auch Leistung. Niemand hat etwas zu verschenken. Das gilt auch für die Solidarität.
Zitat Herr Bahr: Die Politik habe bereits Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen, wie zum Beispiel das neue Arzneimittelgesetz.  Dies senke die Kosten für Medikamente erheblich. „Dadurch ließen sich zwei Milliarden Euro einsparen. Davon profitieren natürlich auch die privaten Kassen“.
Dies wird noch zu belegen sein. Bis dahin ist es eine Prognose, keine Realität und sollte auch so formuliert werden. Alle Reformen konnten Beitragssteigerungen nicht verhindern. Das hier ist eine Reform.
Berichterstattung: Einseitig oder transparent?
Trotz der gleichen Einflüsse, die einerseits in der KV als auch in der Rentenvorsorge die Beiträge steigen lassen, ist in der Rente die private Vorsorge nicht nur empfohlen, sondern staatlich gefördert. Warum wird nicht staatlich in der privaten Vorsorge zur Sicherung der Kosten zum Erhalt der Gesundheit gefördert?
Kann einem Problem grundsätzlich mit zwei gegensätzlichen Maßnahmen begegnet werden?

Sie suchen Rat zu diesem Themenbereich. Sehr gern! Hier geht es zum Kontaktformular.
Ihr Frank Dietrich
-für Ihre planbare Zukunft-
 
Blogberichte zum Thema:
 

Über Frank Dietrich

Baujahr 1964, Jurastudium bis zum 1. Staatsexamen, abgeschlossenes BWL-Studium & umfassende Vorkenntnisse in der Medizin und die Überzeugung, dass die Gesundheit das Wichtigst Gut ist und Beratungen ausreichend Zeit benötigen, die ich mir sehr gerne nehme. Ihr Frank Dietrich

Ihre Meinung ist uns wichtig